Moin, Moin, Sonntag! Das sind die anrührende Anblicke, die bei Touren etwas in mir auslösen, wie ein Kunstwerk in einem Museum. Ein Frauenschuh und ein Kinderschuh, jeweils nur einer. Der Männerhut schon hinter dem Schrank. Vorne steht eine Flasche "feinstes Blumenhaaröl". Der letzte Rest Bindung, verstaubt hier auf dem Dachboden. Wie war es in dieser Familie? Machte man sich schick, mit Blumenöl im Haar, für den Sonntagsausflug? Mochte man sich? Erinnerte sich jemand an den Blumeölduft, mit Sehnsucht? War das Kinder der Mutter näher, als dem Vater? War sie vielleicht allein erziehend? Der Kasten auf dem die Schuhe stehen ist ein Schuhputzkasten. Wurde regelmäßig alles auf Hochglanz poliert, damit man "akkurat" aussah? Warum hat man das nicht alles entsorgt? Wollte man sich später kümmern? Erinnern, oder vergessen? Das Haus steht leer, keiner hat je die Dinge abgeholt, wollte man vergessen? Für mich sind diese Kleinigkeiten das Salz in der Suppe für mein Kopfkino. Auch ich würde sie nicht berühren, verstellen, verschieben. Es ist nicht meine Erinnerung, aber meine Geschichte im Kopf, die ich mitnehme. Das Gefühl was es ausgelöst hat, kenne ich gut. Es ist mal da , mal weg. Gestern erst kam es heftig zurück, als ich das letzte Mal den Dachboden meines Elternhauses betrat und mich verabschiedete und noch mein altes Puppenhaus mitnahm. Ein wenig melancholisch heute....A. Soul

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